
Sorgt für Zoff: Die Merian-Ausgabe zum Thema Hessen. Schuld ist ein kritischer Artikel über die A44 im Werra-Meißner-Kreis. Fotos: Privat
Kassel. Werben wollte die Hessen Agentur mit dem Merian-Heft für Hessen. Hat viel Geld dafür in die Hand genommen. Herausgekommen ist nichts als Ärger. Die Merian-Redaktion nutzte das neue Hessenheft, um Stimmung gegen den Bau der A 44 im Werra Meißner-Kreis zu machen. „Was kostet die Hoffnung, der Mensch könne vom Kammmolch lernen, wie abgetrennte Glieder wieder anwachsen? Was kostet der Anblick des Abendflugs der Bechsteinfledermaus?“ Solche und ähnliche Formulierungen kann man in dem Artikel „Das Milliardending“ finden, der das Fazit zieht, dass durch den Bau der A 44 nicht nur die Natur, sondern auch die Vernunft leide.
Pressesprecher des Wirtschaftsminister empört
Zu Wort kommt ständig Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND in Hessen, der die A 44 als „Band des Versprechens“ bezeichnet. Es erfreue sich der steuerzahlende Betonfabrikant am Schweigen des Waldes, formuliert der Autor des Artikels, Nils Schiffhauer. Der hatte übrigens auch beim Wirtschaftsministerium um eine Stellungnahmen angefragt und sie auch bekommen. Im Artikel findet sich die allerdings kaum wieder. Wolfgang Harms, Pressesprecher von Wirtschaftsminister Dieter Posch, äußert sich klar und deutlich zu dem Artikel: „Wir fühlen uns von der Merian-Redaktion übel getäuscht. Der Artikel ist unsauber und tendenziös. Es werden ausschließlich Privatinteressen transportiert. So eine Geschichte hat es in einem Merian-Heft noch nie gegeben. Selbst über die Slums von Rio schreiben die schöne Geschichten.“

Als "tendenziös und unsauber" bezeichnet Wolfgang Harms, Pressesprecher von Wirtschaftsminister Posch, die Hessen-Ausgabe des Merian.
Sechsstellige Summe gezahlt
Merian-Chefredakteur Andreas Hallaschka, der nach eigener Aussage Hessen heiß und innig liebt, ist für Harms nicht mehr zu erreichen. Seit Monaten wartet das Wirtschaftsministerium auf einen Rückruf. Nicht die feine Art, mit Geschäftspartner umzugehen, die sechsstellige Summen für so ein Heft zur Verfügung stellen. Harms ist sauer, denn er musste Wirtschaftsminister Posch wenige Minuten vor der Pressekonferenz, in der das Heft vorgestellt worden war, beichten, dass der Merian eine Ohrfeige für ihn transportiert.
Doch nicht nur Posch, auch Landrat Stefan Reuss, gerade erst mit deutlicher Mehrheit wieder gewählt, ist stinksauer. Er hätte das Heft am liebsten einstampfen lassen: „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Bemühungen, meinen Landkreis weiter zu entwickeln. So wird der Landkreis niedergerungen.“

07/02/2012 um 10:26
So sind sie, die so genannten Politiker: Hampelmänner an den Fäden des Kapitals! Da ist die Geld”verschenkung” an die Fädenzieher immer wieder höchstes Gebot.
07/02/2012 um 07:48
Wie kann man einem Verlag den Auftrag geben, über die A 44 zu schreiben, wenn der Verlagseigentümer der größte und mächtigste Gegener des Projektes ist? Herr Ganske wird sich nicht mehr einkriegen vor Lachen.